Corinna Lindhorst
Osteopathie und Verhaltenstherapie für Pferde und Hunde 

Wissenswertes

13.02.2019

Von Blockaden, Einrenken und Teufelskreisen…

Wer hat es noch nicht erlebt? Der Hund läuft plötzlich unrund, er fühlt sich nicht wohl oder ist schneller reizbar…

Da Blockaden immer zu veränderten Bewegungsabläufen führen, ist oft schon in der Gangbildanalyse zu Beginn einer Untersuchung zu erkennen, dass etwas im Körper des Tieres „klemmt“. Der genaue Ursprung allerdings sitzt häufig in einer anderen Struktur des Körpers, als beispielsweise in den Zehengelenken einer entlasteten Pfote. Umso wichtiger ist die genaue Suche nach dem eigentlichen Störfeld. Dies kann z.B. mittels der sogenannten Listening-Technik geschehen, bei der der Therapeut dem Faszienzug im Gewebe  „lauscht“ und bis zur Region der Restriktion folgt.
Beispiel: Der Hund tritt mit einer Pfote nicht mehr richtig auf, er lahmt. Die Ursachen für das Entlasten einer Pfote können sehr vielfältig sein. So führt z.B. ein im Lendenbereich eingeklemmter Nerv zu einer verminderten Funktionsfähigkeit des dazugehörigen Muskels, welcher daraufhin atrophiert. Da die Ausläufer der Muskeln (die an den Knochen ansetzenden Sehnen) durch die eintretende Inaktivität beginnen zu verkleben, ist das Bewegungsausmaß der zu bewegenden Gelenke zusätzlich eingeschränkt. Der eingeklemmte Nerv macht sich in diesem Falle also in einem festen (= blockierten) Zehengelenk bemerkbar. Wird nun lediglich das Zehengelenk manipuliert, und somit die eigentliche Ursache des Problems, nämlich die vorhandene Engstelle am Nerv, nicht beseitigt, muss der Therapeut schon nach kurzer Zeit erneut handeln. Ein Teufelskreis entsteht.

Auch organische Fehlfunktionen können übrigens eine allgemeine Bewegungsstörung hervorrufen. Ebenso kann ein verklebtes Fasziengewebe, z.B. eine alte Narbe am Bauch dazu führen, dass der Hund ohne erkennbare Ursache regelmäßig erbricht, da sich die Spannungen über einen bestimmten Zeitraum bis zum Magen-Darm-Trakt fortgesetzt haben. Wer sich in seinem Körper nicht wohl fühlt, reagiert in der Regel auch schneller gereizt oder wird lethargisch. Ein verändertes Verhalten kann also ebenfalls aus einem körperlichen Problem resultieren.
Ist die Ursache gefunden, haben Osteopathen verschiedene Möglichkeiten, solche Blockierungen zu lösen. Kenntnisse der Anatomie und Biomechanik des Tieres sind dabei unabdingbar, um einen ganzheitlichen Behandlungsansatz zu gewährleisten. Für einen langanhaltenden Behandlungserfolg sollten die sanften, das Gewebe lösenden, mobilisierenden Techniken den härteren Manipulationstechniken (landläufig auch „Einrenken“ genannt) unbedingt vorgezogen werden. Dazu benötigt der Therapeut die Fähigkeit, mit seinen Händen zu fühlen und sanft einzuwirken. Ausschließlich Knochen zu bewegen, ohne das dazugehörige Gewebe zu beeinflussen, führt langfristig nur zu dem oben genannten Teufelskreis. Eine Gelenkblockade wird nämlich in der Regel durch Muskelverspannungen, Bindegewebsverklebungen oder Sehnenverkürzungen verursacht. Somit müssen eben die verursachenden Strukturen behandelt werden.

[font=Calibri, sans-serif]Die Osteopathie kommt in verschiedenen Fällen zum Einsatz. Hier sind nur einige Beispiele:[/font]
[font=Calibri, sans-serif]- Bewegungseinschränkungen/ -veränderungen (Steifheit, Bewegungsunlust, Lahmheiten, Passgang…)
- Verspannungen, Narben
- degenerative Erkrankungen (z.B. Arthrose)
- Organische Beschwerden (Verdauungsprobleme, Inkontinenz, Atemprobleme…)
- neurologische Störungen
- begleitend bei Hunden, die erhöhte Leistungen erbringen (Turnierhunde, Rettungshunde, Hüte-/ Jagdhunde…)
- Schmerzen
- Ältere/ geschwächte Tiere (zur Steigerung des Wohlbefindens)
- Verhaltensveränderungen/ -auffälligkeiten (Gereiztheit, Ängstlichkeit/ Empfindlichkeit gegen Geräusche, gesteigerte Aggressionsbereitschaft…)

Wenn Sie auch Ihren Hund in dieser Liste wiederfinden, nehmen Sie Kontakt zu mir auf und vereinbaren Sie einen Termin.   0179- 422 44 43
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Admin - 11:58 @ Allgemein, Tierosteopathie | Kommentar hinzufügen